Imkerverein Versmold

Klönabend November 2009

Josef Rohlmann und Herbert Seelhöfer haben mit zwei weiteren Imkern schon vor einigen Jahren begonnen, ihren eigenen Wachskreislauf zu betreiben. In der konventionellen Imkerei stattet der Imker vorbereitete Rähmchen mit zugekauften Mittelwänden aus, auf denen die Bienen dann ihre Waben weiter aufbauen. Ziel eines eigenen Kreislaufes ist es, diese Mittelwände mit dem Wachs der eigenen Bienen selbst herzustellen und dadurch einer eventuellen Belastung des Wachses mit Rückständen (wie z. B. mit Perizin, einem früher oft verwendeten Mittel zur Behandlung gegen die Varroa-Milbe) vorzubeugen.

Auf dem Klönabend vom 04.11.2009 stellten Herbert und Josef diesen Kreislauf vor und brachten die dazu nötigen Utensilien zur Anschauung mit. So wurde die Funktionsweise eines Dampfwachsschmelzers aus Edelstahl erklärt, aber auch ein Sonnenwachsschmelzer konnte besichtigt werden. Gerade für Jungimker mit nur wenigen Völkern lohnt die doch relativ teure Anschaffung eines Dampfwachsschmelzers noch nicht, ein Sonnenwachsschmelzer tut für den Anfang gute Dienste.


Josef sortiert dunkle Waben konsequent aus, damit ist gewährleistet, dass der Anteil an Krankheitserregern in den Bienenstöcken möglichst gering gehalten wird. Ausserdem schmilzt er den gesamten überschüssigen Bestand an Rähmchen im Herbst ein. Dadurch bekommt er erst gar keine Probleme mit der Wachsmotte, deren Raupen ein ganzes Rähmchenlager in den Herbst- und Wintermonaten durch Fraßschäden zerstören können.


Beim Schmelzvorgang selbst ist es wichtig, dass das Wachs nicht mit Oberflächen aus Eisen in Berührung kommt: Das Wachs würde sonst eine dunkle Farbe annehmen, was durch die Verwendung von Edelstahl oder Emaille verhindert werden kann. Beim Abkühlungsvorgang sinken Schmutzteilchen langsam nach unten, und je länger das Wachs flüssig bleibt desto mehr Teilchen können sich unten ablagern. Es ist daher wichtig, dass sich dieser Vorgang möglichst lange hinzieht. Man kann das Behältnis mit dem flüssigen Wachs dazu beispielsweise in eine Styroporbox stellen oder anderweitig warm halten.

Je nachdem, für welchen Zweck man das Wachs später verwenden möchte, muss der Vorgang des Schmelzens und wieder Abkühlens mehrfach wiederholt werden. Für die Herstellung von Mittelwänden reichen zwei bis drei Klärvorgänge aus, für die Herstellung von Kerzen sollten es schon drei sein damit sich später beim Abbrennen der Kerzen die Dochte nicht durch Verunreinigungen zusetzen und die Kerzen ausgehen.


Herbert erklärte die Funktionsweise der wassergekühlten Mittelwandpresse. Das auf etwa 80°C erhitzte Wachs wird mit einer Kelle eingefüllt, und die Presse ähnlich wie bei einem Waffeleisen zugeklappt. Durch die Wasserkühlung erhärten die Mittelwände schnell, so dass ein zügiges Arbeiten möglich ist. Ein Tip von ihm: Durch einen Schuss Honig im flüssigen Wachs gelingt die Herstellung von schönen Mittelwänden noch besser, und er hat das Gefühl dass die Mittelwände später auch schneller von den Bienen ausgebaut werden.

Zu Recht wies er darauf hin, dass Wachs sich bei hohen Temparaturen selbst entzünden kann! Beim Erhitzen des Wachses zum Schmelzen oder zur weiteren Verarbeitung ist also stets Vorsicht geboten.


Der Klönabend des Imkervereins findet übrigens in den Wintermonaten immer am ersten Mittwoch eines Monats im Haus Kavenstroth in Versmold statt (siehe auch Veranstaltungen 2009), und es werden dann Themen zur Imkerei diskutiert und wenn möglich zu einem speziellen Thema besondere Informationen ausgetauscht. Zu diesen Abenden sind Gäste gerne willkommen!